Die dritte Runde Army of Two verspricht mehr Action, mehr Zerstörung und mehr Bromance. Als Alpha und Bravo, Mitglieder von T.W.O, einer privaten Söldner Firma ist es eure Aufgabe wieder für Ordnung auf den Straßen von Los Pueblo, Mexiko zu sorgen und ganz nebenbei die Firma vor dem Rufmord zu bewahren.
AoT Veteranen werden sich sicher zuerst gefragt haben: "Alpha, Bravo? Neue Decknamen oder Grünschnäbel?" Zweiteres trifft zu und ihr verfolgt die beiden T.W.O Neulinge vom Rekruten-Training, dem ersten Einsatz bis zum Aufstieg in die gehobenen Ränge der Söldneragentur. Begleitet werden die beiden dabei von den Veteranen Rios und Salem welche als Hauptfiguren der ersten beiden Titel fungierten.
Und damit wären wir bei meinem persönlichen "größten" Manko in Devil's Cartel: Charakterentwicklung. Alpha und Bravo sind zu beginn unbeschriebene Blätter, keine Hintergrundinfos, keine Beweggründe einfach zwei Typen die mit dazugehören möchten. Wer die beiden Vorgänger kennt, der wird an derbe Sprüche, High Fives und rasante Rücken-an-Rücken Action gewöhnt sein. Hiervon wurden nahezu alle Elemente von den neuen Entwicklern bei Visceral über den Haufen geworfen. Es gibt fast keine Partner Aktionen mehr außer dem obligatorischen Türen aufbrechen und einer helfenden Räuberleiter. Das wird sicher den meisten Fans sauer aufstoßen. Hinzu kommt leider ein ziemlich schwacher Anfang welcher durch die schwache Charakter Darstellung einen späteren Twist mehr als offensichtlich macht und nur dazu dient die Story anzukurbeln.
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| Wiedersehen mit Freunden, Salem und Rios sind mit dabei |
Wer jetzt allerdings denkt das AoT3 eine Enttäuschung ist liegt falsch. Das Game wurde von mir ausschließlich im Splitscreen gezockt und dort entfaltet es wie die Teile zuvor sein volles Potenzial. Wenn man selber und ein Freund (oder die Freundin) den flachen humor der beiden Protagonisten teilt, nicht allzu viel Wert auf Sinn und Logik legt dann wird man sehr viel Spaß mit diesem Game haben. Das zeigen vor allem die ersten guten Pointen, wenn Alpha und Bravo feststellen das rote Fässer grundsätzlich explodieren und die Mutter des jeweils anderen eher befremdlichen Aktivitäten nachgeht.
Hier zeigt sich ein Element was man wirklich selten loben kann, die wirklich gelungene deutsche Synchronisation und Übersetzung, die nicht hundert prozentig jeden Gag treffen jedoch für Schmunzler und Lacher zwischendurch garantieren. Und so lernt man im Laufe der gut Zehn Stunden langen Kampagne die beiden Grünschnäbel lieben, freut sich über die Wortgefechte und hofft gegen Ende das es einfach weiter und weiter geht bis auch das letzte Kartell Oberhaupt in den Wüstensand beißt.
Das Gameplay ist deutlich direkter und kompromisloser als der Vorgänger "the 40th Day". Aggro tritt in den Hintergrund und das neue "Overkill"-Meter bestimmt das HUD. Ist dieses bei einem Spieler gefüllt kann dieser in eben jenen Modus wechseln und eine Hölle aus Blei auf den Feind regnen lassen. Unendlich Munition und Granaten natürlich inbegriffen. Hierbei greift das Spiel auf eine Zeitlupe zurück welches in Verbindung mit dem (fast schon zu präzisen) auto-aim für reichlich Kill-Punkte sorgt. Aktiviert Spieler zwei sein Overkill genau zur selben Zeit wie Spieler eins wird die Zeitlupe weiter verstärkt und die Overkill-Balken verringern sich deutlich langsamer.
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| Overkill macht Dreck |
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| Keine Action ohne Chopper |
Dieses Feature in Verbindung mit der Frostbite Engine sorgt für ordentlich Dreck. Alle paar Meter explodieren Fässer, Autos und (selbstverständlich nicht in der Deutschen Version) Gegner. Selbige verschanzen sich hinter einem Stapel Paletten ? Kein Problem mit Overkill welches die Deckung einfach in Staub verwandelt.
Großen Spaß macht die Anpassung von Alpha und Bravo. Man ist jederzeit ausgerüstet mir einer Haupt-, einer Sekundär-, sowie einer Handfeuerwaffe. Außer der Pistole lassen sich diese mit bis zu 6 aus einer großen Auswahl von Aufsätzen modifizieren und einfärben. Langzeitfans werden begeistert sein vom Ingame Masken Creator welcher es erlaubt auf bis zu 8 Ebenen Aufkleber und Lackierung auf seine eigene T.W.O Maske anbringen zu lassen. Ihr bestimmt alles von der Maskenfarbe bis hin zur Größe und Neigung der Einzelnen Decals.
Natürlich gibt es auch eine große Auswahl an vorgegebenen Outfits und Masken welche sich nach und nach freischalten. Ein Lob muss ich den Entwickler dafür aussprechen das wirklich jedes angepasste Detail im Spiel auch sichtbar ist, auch in den zwischensequenzen. Das sorgt für eine sehr gute, geschlossene Atmosphäre und betont den Individuellen Touch den jeder Spieler seinem Söldner verleihen kann.
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| Pink, Blau oder doch Schwarz ? |
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| Alles sichtbar, auch Ingame |
Denn je mehr Punkte ihr in der Kampagne sammelt (durch flankierung und präzise Kopfschüsse) umso höher steigt ihr in den Firmeninternen Rängen auf und könnt euch auf Leaderboards mit der Welt messen. Ein nettes System welches aber durch die Aufdringliche Platzierung innerhalb der Missionen leicht stören kann.
Als Belohnung winken neue Masken, uniformen, Waffen und Skins.
Fazit:
Army of Two: the Devil's Cartel erfindet das Rad nicht neu, verbessert es aber wo es geht. Es ist verständlich das Langzeitfans den neuen Charakteren und Gameplaymechaniken skeptisch gegenüberstehen. Und Visceral hätte sicher gut daran getan die berühmten Bro-Momente nicht komplett über Bord zu schmeißen, hoffentlich feiern diese in einem möglichen Nachfolger ein Comeback. Ich bewerte AoT als Coop Spiel. Man kann es alleine durchaus spielen allerdings brilliert es erst wenn man zu zweit auf der Couch sitzt und eine Gegnerwelle nach der nächsten mithilfe von Overkill in die Wüste schickt. Das ganze wird abgerundet von einer durchaus unterhaltsamen und spannenden Kampagne die, einmal in Fahrt gekommen, durchaus Lust auf mehr Abenteuer mit Alpha und Bravo macht. Die Anpassungsmöglichkeiten sind vielfältig, die Vertonung sehr gut gelungen und die meisten der Sprüche sitzen. Was möchte man mehr von einem Unterhaltsamen B-Action Coop Game ?
Bilderquelle: armyoftwo.com





